Scheffauer

30. September 2009

Der Scheffauer ist wieder so ein Berg, an dem ich mich schon einmal versucht habe. Damals war ich leider etwas spät dran, es war Hochsommer und furchtbar heiß, so dass ich mein Wasser schon auf halber Strecke fast aufgebraucht hatte. Damals war ich dann etwas frustriert umgekehrt; seitdem hatte ich es nicht wieder versucht.

Aber dieses Wochenende bot sich der Scheffauer einfach an – das Wetter im Unterland sollte besser sein als im Oberland, und wir wollten nochmal einen „richtigen“ Berg rauf. Gesagt, getan – zweiter Anlauf.

Diesmal ging es vom Jagerwirt los, nicht vom Hintersteiner See wie letztes Mal, und das war auch eine gute Entscheidung, glaube ich. Der Weg ist einfach abwechslungsreicher. Von Sonne und Hitze diesmal war auch nichts zu spüren – gut für den Aufstieg, ganz schlecht für den Panoramablick, der sich einfach nicht einstellen wollte. Der Gipfel war die ganze Zeit im mehr oder weniger dichten Nebel.

Trotzdem war’s super, wenn auch anstrengend, und die ständige leichte Kletterei im oberen Teil war auch nicht so ganz ohne – die Leute, die im Internet etwas vom „leichten Südaufstieg“ schreiben, haben offenbar andere Maßstäbe als wir…


Plauener Hütte

30. September 2009

So, jetzt muss ich aber wirklich mal aufholen – ich liege fünf Touren zurück mit dem Bloggen, das kann ja nicht angehen.

Also: die Plauener Hütte. Liegt am Ende des Zillergrund hoch über dem gleichnamigen Stausee – wie man auch auf dem Foto erkennen kann. Ich war in dieser Gegend vor zwei Jahren schon mal und habe da den langen Marsch durch den Hundskehlgrund angetreten (Fotos). Der Aufstieg zur Plauener Hütte ist längst nicht so einsam wie die Wanderung damals, aber so ist das halt, wenn’s was zum Einkehren gibt. Trotzdem: Gerade überlaufen war die Plauener Hütte nicht, für einen sonnigen Samstag im Spätsommer.

Ich war dieses Jahr noch nicht viel in „Gletschernähe“ gewesen, und das Ziel, das zu ändern, ist natürlich gelungen; der Blick auf die Reichenspitzgruppe war großartig; zum Hauptkamm hin versperrten leider meistens die überschießenden Föhnwolken den Blick. Aber ich will mich nicht beklagen.


Thaneller

12. September 2009

Der Thaneller ist nun wahrhaftig kein Geheimtipp. Zum einen steht er ziemlich exponiert und prominent in der Gegend rum und ist deswegen von fast überall zu sehen, wenn man durchs Außerfern fährt. Und zum anderen ist der Zustieg von Berwang her ziemlich einfach und dabei trotzdem abwechslungsreich und panorama-intensiv.

Also muss man, wenn man einen schön sonnigen Frühherbsttag nicht gerade im Pulk zum Gipfel laufen will, einigermaßen früh unterwegs sein. (Und/oder den schwierigeren Aufstieg von Heiterwang her nehmen; aber das war mir organisatorisch und konditionell zu schwierig.) Nun dachte ich, ich wäre halbwegs früh dran gewesen – zumindest stand ich locker vorm Zwölf-Uhr-Läuten auf dem Gipfel. Aber insgesamt neunzehn andere Leute hatten offenbar dieselbe Idee, gleichzeitig aber bessere Disziplin; die kamen mir nämlich während des Aufstiegs alle schon wieder entgegen.

Am Gipfel selbst war es dann überraschend kalt (ja, der Herbst ist da), aber das tut dem 360°-Panorama da oben natürlich keinen Abbruch – eher im Gegenteil. So großartig!


Jovenalm

6. September 2009

Ich hab mich noch gar nicht bei Uli bedankt, der mich am Blog Day (den ich selbst am Ende natürlich doch wieder verschlafen habe) verlinkt und eine überaus positive Kritik übers bergsommerblog geschrieben hat. Das ehrt mich sehr, zumal Ulis Blog auf-den-berg.de mit sehr viel mehr Liebe gemacht ist als mein ja doch oft mal dahingerotztes Etwas hier. Vielen Dank!

Er schreibt über mein Blog unter anderem: Dabei geht es gerne auch um Berge, die nicht zu den typischen “Münchner Hausbergen” gehören, sondern etwa unbekannter und damit einsamer sind.

Das stimmt – zumindest versuche ich immer, nicht der Herde zu folgen, sondern alles das abzulaufen, was laut Wanderkarte sinnvoll zu „bewandern“ scheint. Dabei kann es allerdings naturgemäß vorkommen, dass man auch mal ins Klo greift; so geschehen am Samstag.

Ich war spät dran, und ich war irgendwie in der Gegend, drum bin ich nach Durchholzen gefahren. Mit Hilfe des Sessellifts wollte ich irgendeinen Berg besteigen – die Pyramidenspitze schien mir angesichts der vorgerückten Zeit unwahrscheinlich, aber vielleicht den Heuberg. Pustekuchen.

Der Sessellift taugt zu gleich mal gar nix. (Außer für die Sommerrodelbahn, nehme ich mal an.) Mir war schon klar, dass der einzige Weg von der Bergstation aus etwas umständlich sein und mir nicht so viel Höhenmeter sparen würde. Was mir nicht klar war:

  • dass ich zu Fuß genauso schnell gewesen wäre wie mit dem Lift, weil der nämlich bei jedem Ausstiegsvorgang langsamer wird oder stehen bleibt;
  • dass der Nettohöhengewinn durch die Liftfahrt ziemlich exakt 90 Meter sein würde (okay, selbst schuld, da hätte ich genauer hingucken müssen);
  • dass die Wege dort fast nichts damit gemein haben, wie sie auf der Wanderkarte dargestellt sind, dafür aber nur überaus sporadisch und selektiv ausgeschildert sind.

Und das Wetter hätte auch besser sein können. Also hat’s am Ende nur bis zur Jovenalm gereicht – die zumindest insofern interessant ist, als ich auf dem steilen Weg durchs Gestrüpp auf die schroffen Nordflanken des Zahmen Kaisers zu nicht gedacht hätte, dass da tatsächlich nochmal so was wie eine Alm kommen könnte. (Sie ist ziemlich verfallen, aber es ist eine kleinkuhherdegroße Wiese mit Almhütte und allem.)

Okay, genug lamentiert, Durchholzen ist durch (sozusagen). Auf zu neuen Abenteuern!


Wiener Neustädter Hütte

5. September 2009

Wenn man „Wiener Neustädter Hütte“ googlet, dann findet man auf der ersten Seite der Ergebnisse jede Menge Hüttenlisten und -datenbanken und dazwischen drei Tourenbeschreibungen für den Zustieg von Ehrwald auf die Zugspitze. Das stimmt auch, bei diesen Touren kommt man an der Wiener Neustädter Hütte vorbei. Was Google aber völlig übersieht (und damit wohl auch die meisten Menschen):

Die Wiener Neustädter Hütte ist selbst eigenlich auch schon ziemlich perfekt als Tagesziel.

Wenn man von der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn aus durchs Gamskar aufsteigt und über den (zugegeben stellenweise etwas unangenehmen) Steig Richtung Eibsee wieder absteigt, kann man sogar eine kleine Rundtour daraus machen. Der Blick von der Hütte (und auch schon vorher) auf Garmisch, frontal auf die Zugspitze, auf das Ehrwalder Becken und die Ammergauer und die vorderen Lechtaler und den Fernpass ist fast so toll wie der vom Zugspitzgipfel selbst. Und die Hütte selbst hat auch noch einen erstaunlich rustikalen Charme, den man in so einer ja doch ziemlich touristisch exponierten Stelle (die Zugspitzbahn fährt ziemlich genau über der Hütte entlang) gar nicht mehr erwartet hätte.

Und obwohl fast alle, die dort oben waren, zum Zugspitzgipfel weiter wollten (das sind dann immer 1700 Höhenmeter und ab der Hütte ein, wenn auch leichter, Klettersteig) – war die Hütte für einen Dienstag eigentlich ziemlich gut besucht. Bergeinsamkeit findet man hier eher nicht; aber die Tour macht trotzdem Spaß!


Bärenkopf

3. September 2009

Der Bärenkopf macht als Gipfel eigentlich nicht so wahnsinnig viel her – im Vergleich zu seinen Nachbarn im Karwendel (auf der einen Seite) und im Rofan (auf der anderen) wirkt er ziemlich bieder. Und dass er relativ leicht zu erreichen ist, weil eine Seilbahn dort einem doch einen ziemlichen Teil des Weges abnimmt, macht ihn auch nicht unbedingt zu einem einsamen, exotischen Gipfelziel.

Aber der Blick! Erwähnte ich schon, dass auf der einen Seite der Rofan, auf der anderen Seite das Karwendel steht? Dazu kommt der Achensee, den man in ganzer Länge bestaunen kann, und auf der Rückseite noch das Inntal mit den Tuxer Alpen und dahinter sogar noch den hervorlugenden Gipfeln der Zillertaler. Wahnsinn!

Wir sind übrigens „by fair means“ von Pertisau aus raufgestiefelt – ein sehr schöner Weg eigentlich, auch wenn man sich dann auf halber Höhe an der Bärenbadalm an ziemlich vielen Seilbahnbenutzern vorbeidrängeln muss. Und bergab haben wir dann auch die Seilbahn benutzt, weil… warum nicht.