In eigener Sache

17. Januar 2010

Die Website, zu der dieses Blog gehört, ist jetzt mit frischen Inhalten versorgt worden: 12 neue Bergtouren, die ich im letzten Jahr erkundet habe, sind diesmal beim jährlichen Update hinzugekommen.

Wer Lust hat, in den neuen Touren zu stöbern, mag ohne weitere Umschweife hier klicken!


Faller Rundweg

17. Januar 2010

Frohes neues Jahr!

Ich bin ja im Großen und Ganzen nicht so der ganz große Winterblogger (wie ja auch der Name der ganzen Geschichte schon sagt), was wiederum großteils daran liegt, dass ich auch nicht so der ganz große Winterwanderer bin.

Und auch jetzt könnte man darüber streiten, ob der Faller Rundweg denn überhaupt schon eine kleine Wanderung ist oder doch noch ein ausgedehnter Spaziergang. Aber da man über diesen Weg im Internet so gut wie nix findet, will ich dann doch ein paar Worte schreiben. (Googlet man “Faller Rundweg”, wie er in der Kompasskarte steht, findet man genau einen halbwegs nützlichen Treffer; bei “Rosskopf-Runde”, wie er vor Ort teils ausgeschildert ist, gibt’s überhaupt gar nix).

Also: ca. 9 km, ca. 250 Höhenmeter, durchgehend Fahrweg, praktisch durchgehend durch den Wald. Im Sommer wahrscheinlich unfassbar öde, aber im Winter hat’s was – absolut lawinensicher, auf der Ostseite bis zum Scheitelpunkt an der Wiesalm sogar leidlich geräumt, und mit ziemlich viel Winterwunderwald. Der viele Walt hat allerdings den Nachteil, dass Fernblicke eher selten vorkommen.

Die Westseite, auf der ich “abgestiegen” bin, war nicht geräumt, was aber bei maximal 20cm Schnee absolut in Ordnung ging.

Und überlaufen ist es auch nicht: An der Wiesalm saßen – an einem sonnigen Samstag – ein paar Leute, und eine kleine Gruppe ist mir entgegengekommen, das war’s schon. Sehr empfehlenswert.


Hirschhörnlkopf

10. November 2009

So langsam gehen mir die Stand-by-Berge aus. Damit meine ich diejenigen, auf die man eigentlich immer hochgehen kann, wenn einem nichts Besseres einfällt. Die einigermaßen in der Nähe sind. Und die auch im Frühjahr und im Spätherbst begehbar sind, also mäßige Höhe und idealerweise Südexponierung aufweisen.

Aber den Hirschhörnlkopf zumindest hatte ich dieses Jahr noch nicht, der stand also noch zur Verfügung. (Meine Regel ist, auf jeden Berg nur einmal im Jahr zu gehen. Es gibt einfach zu viele gute Berge, um sich viel mit Wiederholungen abzugeben.) Außerdem war ich der festen Überzeugung, erst einmal oben gewesen zu sein, und das bei schlechtem Wetter. Das stellte sich hinterher beim Einsortieren der Fotos allerdings als falsch heraus.

Trotzdem war es schön, nochmal – nochmal! – rauszukommen, und das Wetter war eigentlich auch sehr angenehm. Nur am Gipfel wehte plötzlich ein heftiger, eiskalter Wind, den ich mit drei Jacken gerade mal so ausgehalten habe. Die Foto-Ausbeute war deshalb auch diesmal wieder etwas geringer – kalte Finger und so…


Köglalm

5. November 2009

Wie viele “letzte Touren des Jahres” werde ich wohl noch machen…? Das Wetter war am Sonntag überraschenderweise so toll, dass ich im Laufe des Morgens ganz unruhig wurde. Also bin ich nochmal schnell zum Achensee und kurz zur Köglalm rauf. Das ist eigentlich immer ein schöner Weg, besonders aber im Herbst, weil hier doch einige Laubbäume stehen, die den Wegesrand hübsch einfärben.

Eigentlich wollte ich dann noch weiter am Kuppal vorbei zur Kotalm, aber: Ganz oben lang doch noch Schnee; tagelang war kein Mensch hier durch den Schnee gegangen; und ich erinnerte mich daran, dass der Weg auch ohne Schnee nicht ganz unproblematisch zu erkennen ist.

Also habe ich mich lieber an der Köglalm in die Sonne gesetzt und das Panorama bewundert. Und dann bin ich nach Achenkirch abgestiegen, was einen etwas weniger spannenden Rückweg entlang der Seepromenade erforderlich macht. Aber was tut man nicht alles der Vielfalt wegen…


Geierstein und Fockenstein

2. November 2009

Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich es dieses Jahr noch einmal auf einen (weitgehend) schneefreien Gipfel schaffe, aber dann waren es sogar gleich zwei auf einmal.

Der Geierstein ist so ein Berg, auf dem man eigentlich recht schnell ist, und der Aufstieg von Lenggries aus ist auch sehr schön – wenn auch, logischerweise angesichts der relativ geringen Höhe – fast die ganze Zeit durch den Wald. Aber so ein Wald hat ja auch was, gerade im Herbst.

Der Weiterweg zum Fockenstein war dann eher matschig, was aber auch irgendwie abzusehen war angesichts der Mikroklima-Schneeschmelze der letzten Tage. Und leider zog es sich dann auch ein bisschen zu, was zwar auch stimmungsvoll war, aber “Indian summer” ist was anderes. Eigentlich hatte ich dann noch auf der anderen Talseite einen Abstecher zur Lenggrieser Hütte machen wollen, aber die Dunkelheit bricht um diese Jahreszeit immer so plötzlich an – verdammte Winterzeitumstellung! Also musste ich mich mit dem auch nicht gerade kurzen, aber eher unspannenden Abstieg durchs Hirschbachtal abfinden.

Und kam zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung wieder beim Auto an. Puh.


Tuftlalm

2. November 2009

Man sollte ja meinen, dass die Tuftlalm sich als Ziel anbietet, wenn es schon geschneit hat: Der Aufstieg verläuft fast durchgehend über einen Südhang, und im Wald, und das Ziel ist nicht sonderlich hoch. Darum hatte ich sie mir auch ausgesucht. Überraschend war dementsprechend, wieviel Schnee im Oktober schon in dem Aufstieg liegen konnte (an manchen Stellen bis zu knietief).

Die Alm war sogar noch geöffnet und voll bis obenhin – es saßen sogar noch Leute draußen, und das bestimmt nicht, weil das Wetter so toll gewesen wäre. (Ich nehme mal an, dass die Alm am nächsten Tag, dem österreichischen Nationalfeiertag, noch ein letztes Mal geöffnet war.)

Für den Abstieg habe ich mich dann jedenfalls für den Fahrweg nach Ehrwald entschieden, weil ich das Gerutsche im Schnee leid war. Blöderweise war der aber im oberen Teil auch nicht gerade schneefrei, und als der Schnee endlich weniger wurde, stellte er sich als asphaltiert heraus! Höchst ungewöhnlich, und auch nicht unbedingt fußfreundlich.

Aber wenigstens war ich nochmal draußen.


Kreuzjoch

8. Oktober 2009

Es ist echt erstaunlich, wie viele Bergkilometer ich diesen Herbst noch zusammen bekomme – und gestern war ich besonders emsig. Wenn auch zum Teil, weil ich beim Kartenlesen nicht so ganz richtig aufgepasst habe und die Tour mal wieder länger war, als ich mir das eigentlich vorgestellt hatte.

Jedenfalls: das Kreuzjoch. Kreuzjöcher gibt’s, zugegeben, wie Sand am Meer in den Bergen; das Kreuzjoch, das ich meine, ist das vielleicht sogar bekannteste: der höchste Gipfel der Kitzbüheler Alpen. Dafür sieht er allerdings absolut unscheinbar aus, und er hat definitiv den Nachteil, dass die einfachste Route 80% der Zeit durchs Skigebiet von Zell am Ziller führt.

Also musste eine Alternativroute her, und siehe da, es gibt tatsächlich einen relativ einsamen, weil etwas abgelegenen Aufstieg von Süden über die Hänge des Gerlostals. Perfekt. Nur leider, und da habe ich mich etwas verschätzt, erfordert das einen ziemlich langen Zustieg entweder aus dem Gerlostal hinauf oder aber quer rüber von der Bergstation der Gerloser Seilbahn. Letzteres habe ich dann auch gemacht (und später dank Google Earth gemerkt, dass ich den Zustieg auch einfacher hätte haben können, wenn die Wanderkarten aktuell wären!).

Trotz der Länge ist das jedenfalls ein sehr schöner Weg, an der malerischen Gerlostalalm vorbei, über die herbstlichen Bergwiesen im weiten Bogen auf den Südgrat des Kreuzjoches – und da leider auch öfter mal auf und ab, was aber immerhin dazu führt, dass man einiges an Gipfelzielen quasi en passant mitnimmt.

Zurück nimmt man dann sinnvollerweise den “Normalweg” von Gerlos über den Ostgrat, der auch sehr schön ist. Leider war ich etwas darauf fixiert, die letzte Talfahrt der Seilbahn zu erwischen, weswegen ich diesen Abschnitt nicht so genossen habe, wie ich hätte können. Insgesamt war’s aber trotzdem ein überaus befriedigender Tag.


Zunterkopf

6. Oktober 2009

Es ist erstaunlich, wie sehr ein schöner Herbsttag die Leute ins Gebirge lockt, auch wenn ausnahmsweise mal nicht Nationalfeiertag ist: nämlich mindestens so viele, dass die Parkplätze an der Ammerwaldalm schon am frühen Morgen so ziemlich alle belegt waren. Also schon wieder ein detailliert ausgearbeiteter Plan vereitelt. Mist.

Nach einigem Hin und Her habe ich mich dann entschlossen, ganz bis an den äußersten Rand meiner mitgebrachten Wanderkarte weiterzufahren und einen Berg mit dem Namen Zunterkopf zu besteigen, von dem ich vorher im Leben noch nichts gehört hatte. Meine Befürchtung, dass sich der Aufstieg in typischer Ammergauer-Alpen-Manier als verwitterter Jägersteig herausstellen könnte, traf aber zum Glück nicht ein. Der Weg hört zwar verwirrenderweise auf die Bezeichnung “Breitenwang Tauern” oder auch “Tauernspitz” - was der Name des nächsten Gipfels ist, auf den weiterführende, tatsächlich eher verdächtig aussehende Steigspuren sich noch ziehen.

Wenn man aber am Zunterkopf bleibt (das ist das erste Gipfelkreuz, das man erreicht), dann ist das durchaus eine schöne, wenn auch nicht überwältigend anspruchsvolle Bergwanderung, die auch – offenkundig – weniger überlaufen ist als die Ammerwald-Wege auf der anderen Talseite. Und die Aussicht ist wahrscheinlich auch besser – auf die nördlichen Ammergauer, das Reuttener Becken, den Hahnenkamm, ins Lechtal, auf den Thaneller…


Zöhreralm

4. Oktober 2009

Okay, man stelle sich vor, in Deutschland ist Nationalfeiertag, und es ist schönes Wetter. Man stelle sich weiterhin vor, man hätte ziemlich lange geschlafen, wollte aber angesichts der wirklich großartigen Wetters doch noch kurz in die Berge.

Man stellt schnell fest: Genauso geht es ganz Oberbayern.

Plant eigentlich niemand seine Feiertagsausflüge im Voraus? Weil: Mit einem kilometerlangen Stau vor der Mautstelle bei Hinterriß hatte ich um 12 Uhr eigentlich nicht gerechnet. Da war natürlich klar, dass der kleine Plumsjochparkplatz voll sein würde. Drum bin ich gleich mal umgekehrt – und prompt in den österreichische Sirenentest geraten. Wieder was gelernt: Auch Hinterriß hat eine eigene Warnsirene.

Okay, Plan B: Am Achensee gibt es diese schöne Almwanderung, die auch noch recht schnell geht, und wo man mittendrin – am Zirmjoch – diesen schönen Blick in die Brandenberg Alpen hat. Auf dem Parkplatz ist tatsächlich auch noch jede Menge Platz. Aber hier braucht man Münzen für den Parkautomaten. Ich habe nichts gegen Parkraumbewirtschaftung, auch nicht in den Bergen, wirklich nicht. Aber kann man die Dinger bitte so ausstatten, dass sie auch Scheine nehmen oder EC-Karten oder Geldkarten oder Kreditkarten oder Handy-Cash oder… PayPal… was weiß ich.

Inzwischen ist es 14 Uhr durch… also Plan C: Einmal rauf zur Zöhreralm und wieder runter. 400 Höhenmeter, keine zwei Stunden dauert das Ganze, es ist mehr ein Bergspaziergang als eine Bergtour. Aber: selber schuld. Mehrfach. Also lieber nicht beklagen, sondern sich einfach am herbstlichen Panorama erfreuen…


Osterfeuerkopf

4. Oktober 2009

Was macht man, wenn sooo schönes Wetter ist, aber leider eigentlich Bundestagswahltag ist und man ja irgendwann auch wählen gehen sollte? Genau, man läuft morgens mal schnell zum Osterfeuerkopf rauf. Ist ja wohl das mindeste.

War es auch – irgendwie hatten wir den Zeitbedarf für diesen kleinen Gipfel ganz vorne in den Alpen doch noch etwas überschätzt und dadurch am Ende noch genug Zeit, um zirka 30-mal wählen zu gehen. Aber andererseits war es auch ganz gut, dass wir so früh dran waren, denn die ganzen Einheimischen hatten sich das offenbar so ähnlich vorgestellt wie wir, nur dass sie erst gewählt haben und dann zum Gipfel aufgebrochen sind – die Menge an Menschen, die uns beim Abstieg entgegen kam, war echt beeindruckend, zumal der Gipfel des Osterfeuerkopfes nicht wirklich viel Platz bietet. Und die Autos auf dem Parkplatz waren dann tatsächlich überwiegend aus GAP.

Aber definitiv die erste herbstliche Wanderung, mit viel Frühnebel und fallendem Laub… absolut stimmungsvoll! Zumindest beim einsamen Aufstieg.